Pinnower Moor —
Uckermark ohne Filter

Torfmoor, Wind, Stille und ein Terrain, das Hund und Mensch gleichzeitig testet. Kein Prospekt. Keine Selfie-Spots. Nur die Wahrheit über diesen Ort.

Gerswalde, Uckermark, Brandenburg

Das Pinnower Moor liegt in der Gemeinde Gerswalde im Landkreis Uckermark in Brandenburg. Von Berlin-Mitte sind es 87 Kilometer — gut eine Stunde mit dem Auto. Von Szczecin nur 37 Kilometer — 40 Minuten. Bis zur polnischen Grenze sind es 50 bis 60 Kilometer. Diese Nähe zu zwei großen Märkten (Berlin und Polen) ist wichtig. Sie gibt Zugang, aber keine Massentouristik. Hier gibt es keine überlaufenen Hotspots. Es ist einfach zu weit für Sonntagsspaziergänger und zu nah für alle, die wirklich „raus" wollen.

Von Berlin
87 km
A11 Richtung Prenzlau, 1h 10min
Von Szczecin
37 km
Über Gryfino/Schwedt, 40 min
Koordinaten
53.1°N, 13.8°E
Pinnower Moor Zentrum
Fläche
~220 ha
Schätzung, davon ~80 ha Moor
Leinenpflicht
Pflicht
Bußgeld bis 5.000 €
Schutzstatus
NSG
Naturschutzgebiet

Kein Heidebild aus dem Prospekt

Das ist kein schönes Heidebild aus dem Prospekt. Das ist echtes Torfmoor, nasse Wiesen, niedriges Gebüsch und Wind, der fast immer weht. Im November bei Sonnenaufgang ist der Nebel so dicht, dass man den eigenen Hund auf 20 Meter nicht mehr sieht. Im Sommer fressen einen die Mücken bei lebendigem Leib. Schlamm bis über die Knöchel ist normal. Die Stille kann einen manchmal erdrücken — kein Autolärm, keine Menschen, nur Wind und Vögel. Ein Gelände, das Hund und Mensch gleichermaßen testet. Der Gordon fühlt sich hier zu Hause. Der Mensch muss sich erst daran gewöhnen.

11 Kilometer durch Dreck und Stille

Die beste Runde ist „Von Moor zu Moor" — elf Kilometer, teilweise unbefestigte Wege. Die Rundwanderung um den Pinnower See hat zehn bis fünfzehn Kilometer und Vogelinformationstafeln. Mit einem großen Hund muss man aufpassen — an vielen Stellen geht das Wasser über die Pfoten, und in manchen Abschnitten ist Leinenpflicht. Der Hund darf nur auf den ausgewiesenen Hundeauslaufgebieten frei laufen. Der Rest ist Naturschutzgebiet. Praktisch: gute Schuhe, Wasser und die Gewissheit, dass man dreckig nach Hause kommt.

Hauptrouten

Von Moor zu Moor: 11 km, teilweise unbefestigt, Vogelinformationstafeln.
Rundwanderung Pinnower See: 10–15 km, flach, gut markiert.

Kranich, Biber und ein Gordon ohne Verstand

Auf dem Moor wachsen Torfmoose, Sonnentau und Moosbeere. Bei den Tieren gibt es Kraniche, Biber und Fischotter. Ein Gordon verliert beim Anblick eines Kranichs komplett den Verstand und will hinterher. Ein Fischotter an der Leine ist ein Albtraum — 35 Kilo ziehen plötzlich in eine Richtung. Alles hier ist roh und echt. Keine niedlichen Tiere zum Streicheln.

September oder nichts

Im Sommer maximal 24 Grad, aber die Luftfeuchtigkeit und die Mücken können einem den Spaß verderben. Im Winter zwischen minus vier und null Grad, dichter Nebel, starker Wind. Die beste Zeit mit dem Hund ist September bis Oktober und März bis April. Am schlechtesten ist Januar (zu dunkel) und Juli (zu viele Mücken). So einfach ist das.

5.000 Euro sind kein Witz

Das ist ein Naturschutzgebiet. Leinenpflicht ist Pflicht. Bußgelder bis 5.000 Euro sind kein Witz — das Ordnungsamt patrouilliert. In der Umgebung gibt es ausgewiesene Hundeauslaufgebiete, aber einen richtigen Hundewald in der Uckermark gibt es nicht. Wer den Hund wirklich frei laufen lassen will, muss lokale Reviere kennen oder weiter fahren.

Leinenpflicht im NSG

Naturschutzgebiet = Leine. Immer. Ordnungsamt patrouilliert regelmäßig. Bußgeld bis 5.000 Euro. Keine Ausnahmen, keine Diskussion.

Offizielle Routen und was tabu ist

Das Pinnower Moor ist kein öffentlicher Park. Es gibt ausgewiesene Wanderwege — der Rest ist tabu. Die Hauptwege führen vom Parkplatz an der L100 Richtung Moorsee und um die Torfstiche. Wer sich nicht an die Wege hält, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern schädigt empfindliche Moorflächen. Von November bis März sind viele Wege wegen Wildruhezonen gesperrt. Die aktuellen Sperrungen veröffentlicht der Landkreis Uckermark. Wer mit Hund unterwegs ist, bleibt auf den Hauptwegen — die Leinenpflicht gilt sowieso.

Kein WLAN, kein Filter

Hier gibt es kein WLAN, keine schicken Cafés und kein schönes Licht für Stories. Zu viel Schlamm, zu viel Wind, zu wenig Filter. Und genau deswegen kommst du mit dem Gordon hierher — weil hier endlich der Hund wichtiger ist als das Handy.

Zu matschig, zu echt, zu wenig Filter. Genau deshalb ist es der perfekte Ort für diese Rasse.

— Der Moorjäger
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