Langsam, systematisch, präzise
Der Gordon Setter ist ein klassischer Vorstehhund — und das bedeutet in der Praxis etwas ganz anderes, als die meisten Leute sich vorstellen. Er galoppiert nicht wild durch die Gegend und macht keine Show. Er arbeitet langsam, systematisch und mit der Nase am Boden. Wenn er steht, dann steht er wie angewurzelt und zeigt den Vogel mit einer Sicherheit, die Respekt einflößt. Im Vergleich zum Deutsch Drahthaar ist er langsamer, aber deutlich präziser. Der Drahthaar ist universeller und nimmt alles, was sich bewegt. Der Gordon hat eine Nase, die speziell für Federwild gemacht ist. Auf Fasan, Rebhuhn und Schnepfe ist er in seinem Element. Auf Schwarzwild oder Reh schon weniger. Wer denkt, der Gordon sei nur ein schöner Setter für Fotos, der wird schnell eines Besseren belehrt.
Wenn er steht, dann steht er. Wie angewurzelt. Und zeigt den Vogel mit einer Sicherheit, die Respekt einflößt.
VJP, HZP, VGP — kein Spaß
Der JGHV ist kein Spaß. Das sind echte Prüfungen für Jagdhunde. Der Gordon muss die VJP (Verbandsjugendprüfung) schon als junger Hund bestehen — Bewertung der Feldarbeit, Gehorsam und Spurensuche. Danach kommt die HZP (Herbstzuchtprüfung) — die Herbstprüfung mit Apport und Wasserarbeit. Der höchste Level ist die VGP (Verbandsgebrauchsprüfung) — die volle Gebrauchsprüfung mit allen Elementen. Realistisch gesehen schaffen die meisten Gordon die VJP beim ersten Versuch, aber bei HZP und VGP wird es schon richtig schwer. Viele Hunde fallen durch, weil sie stur sind und ihren eigenen Kopf haben. Die Vorbereitung dauert Monate — ein Wochenende im Wald reicht nicht. Hier braucht es System, Konsequenz und das Verständnis, dass ein Gordon kein Befehlsempfänger ist.
VJP — Verbandsjugendprüfung: Feldarbeit, Gehorsam, Spurensuche. Junger Hund.
HZP — Herbstzuchtprüfung: Apport, Wasserarbeit, Herbstprüfung.
VGP — Verbandsgebrauchsprüfung: Volle Gebrauchsprüfung. Höchster Level.
Uckermark — ideales Revier
In der Uckermark und Brandenburg hat der Gordon ideale Bedingungen. Am besten ist er auf Federwild — Fasan, Rebhuhn, Schnepfe. Auf Rehwild und Schwarzwild arbeitet er deutlich schlechter als der Drahthaar. Die Reviere rund um Gerswalde, Pinnow und Templin sind zugänglich, aber man braucht einen Jagdschein und am besten Kontakte zu lokalen Jägern. Die LJV Brandenburg regelt alles — von den Kursen bis zur Revierzuteilung. Wer jemanden kennt, jagt. Wer niemanden kennt, wartet Jahre.
Federwild: Fasan, Rebhuhn, Schnepfe — Gordon-Territorium.
Niederwild: Hase, Kaninchen — bedingt einsetzbar.
Schalenwild: Reh, Wildschwein — besser mit Drahthaar.
Für Ausländer: klar, aber nicht einfach
Für Polen oder Tschechen ist der Weg klar, aber nicht einfach. Zuerst der Jagdscheinkurs (800 bis 1.200 Euro), dann die theoretische und praktische Prüfung. Der polnische Jagdschein wird nicht automatisch anerkannt — man muss die deutsche Prüfung ablegen. Der gesamte Prozess kostet 1.500 bis 2.000 Euro und dauert mindestens sechs bis acht Monate. Das Schwierigste sind das Jagdrecht und die Ballistik. Lohnt es sich? Wenn man wirklich mit dem Gordon in Brandenburg jagen will — ja. Wenn nur zum Spaß — besser im polnischen Revier bleiben.
Gordon vs Drahthaar
Gordon gegen Drahthaar — das ist das klassische Streitthema am Stammtisch. Der Drahthaar gewinnt durch Universalität. Er nimmt alles, ist einfacher zu erziehen und robuster bei jedem Wetter. Der Gordon gewinnt durch Nase und Präzision — wenn er steht, dann steht er. Charakterlich ist er schwieriger, sturer und weniger „auf Kommando". Der Drahthaar ist der Arbeitshund, der Gordon der Hund mit Charakter. Im Feld auf Fasan gewinnt oft der Gordon. Im dichten Wald auf Schwarzwild der Drahthaar. Beide sind gut. Man muss nur wissen, wofür man welchen nimmt.